Ihr habt euch dafür entschieden, dass ihr Live-Musik zu eurer Hochzeit haben möchtet und möchtet nun einen professionellen Hochzeitssänger oder eine professionelle Hochzeitssängerin buchen?

Erst einmal: Herzlichen Glückwunsch! 🙂 Ich kann euch versprechen, die richtige Live-Musik kann eure Trauung – egal ob kirchlich, frei oder standesamtlich – wunderschön unterstreichen.

Doch nun befindet ihr euch wahrscheinlich vor der Frage: „Wie finden wir eigentlich die richtige Sängerin für unsere Hochzeit?“ oder?

Da kann ich euch beruhigen. Das ist gar nicht so schwierig. Es gibt inzwischen viele, gute Hochzeitssängerinnen, die ihr für euren Tag anfragen und buchen könnt. Doch trotzdem möchte ich euch ein paar Punkte an die Hand geben, auf die ihr auf jeden Fall achten solltet. Denn wie in wahrscheinlich (fast) jeder Branche auch, gibt es ein paar schwarze Schafe und ein paar Hochzeitssängerinnen, die sich als „professionell“ vermarkten, die ich als Sängerin persönlich aber niemals buchen würde.

Disclaimer: Das ganze gilt natürlich auch für Sänger. Da ich aber den meisten Kontakt zu Hochzeitssängerinnen habe und das Gefühl habe, dass hier das Angebot auch etwas größer ist, schreibe ich in diesem Blogpost ausschließlich über Sängerinnen.

 

In diesem Blogpost leite ich euch durch die wichtigsten Punkte:

1) Was ist für euch als Brautpaar wichtig?

> Hobbysängerin oder professionelle Sängerin?

> Die Stimme eurer Hochzeitssängerin

2) Professionalitäts-Kriterien einer Hochzeitssängerin

3) Wie erkenne ich ein gutes Angebot?

4) Wo und wie finde ich gute Hochzeitssängerinnen?

5) Checkliste für eure Hochzeitsängerinnen-Suche

Nach diesem Blogpost habt ihr genügend Hintergrundwissen, dass ihr für euch sicher die richtige Hochzeitssängerin buchen werdet. 🙂

1. Die richtige Hochzeitssängerin buchen: Was ist für euch als Brautpaar wichtig?

1.1. Sollen wir eine Hobbysängerin oder eine professionelle Hochzeitssängerin buchen?

Bei der Frage nach verschiedenen Hochzeitssängerinnen unterscheide ich persönlich zwischen vier Kategorien:

1) Hobbysängerinnen, die keine bis nur wenig Auftrittserfahrung haben (z.B. im Chor, mal auf einer Geburtstagsfeier gesungen, etc.)

2) Anfängerinnen, die eine professionelle Karriere anstreben und schon einige Auftrittserfahrung auch Solo und vor Publikum haben (z.B. kleine Solo-Konzerte, Straßenmusik, etc.), aber erst mit Aufträgen bei Hochzeiten, Taufen, etc. anfangen

3) Professionelle Sängerinnen, die schon auf einigen bis sogar sehr vielen Hochzeiten gesungen haben, verschiedene Auftrittserfahrungen haben, regelmäßig auf Hochzeiten, Taufen und anderen Events unterwegs sind und damit (mindestens nebenberuflich) selbstständig sind und hauptberuflich als Musikerin arbeiten (werden). Dazu zählen z.B. Musikstudierende kurz vor ihrem Abschluss oder hauptberufliche Musikerinnen. Nicht alle müssen Gesang studiert haben, aber haben sicher irgendeine Art von stimmlicher Ausbildung.

4) Nebenberufliche Hochzeitssängerinnen, die eigentlich einen ganz anderen Job ausüben, doch ein paar Mal pro Jahr auch auf Hochzeiten singen und sich somit etwas dazu verdienen.

Dabei muss man sagen, dass die Grenzen hier natürlich schwammig verlaufen und nicht alles pauschalisiert werden kann. Die vier Kategorien sollen nur dabei helfen, dass ihr eure Wunschkandidatin etwas besser einschätzen könnt.

Eine Hobbysängerin als Hochzeitssängerin zu buchen würde ich tatsächlich nicht empfehlen. Oft kommt dies bei Brautpaaren vor, die ein knapperes Budget haben, eine Freundin fragen, die sie schon mal haben singen hören und ihr dann einen 50er in die Hand drücken möchten. Eine Hochzeitsfeier ist in vielen Fällen nicht gerade günstig – das sehe ich ein –, doch bei der Hochzeitssängerin zu sparen ist (meiner Meinung nach) am falschen Ende gespart.

1) Je weniger Auftrittserfahrung man hat (vor allem solo), desto schneller wird man vor einem Auftritt nervös und versingt/verspielt sich.

2) Es kommt immer mal wieder vor, dass Hobbysängerinnen kurzfristig doch einen Rückzieher machen. Kurzfristig eine andere Sängerin zu finden, kann sich richtig schwierig gestalten und gibt euch kurz vor eurem besonderen Tag mehr Stress als nötig.

3) Höchstwahrscheinlich müsst ihr euch um mehr kümmern, als wenn ihr eine professionelle Hochzeitssängerin buchen würdet: Kann eure Freundin sich selbst begleiten? Oder besorgt ihr noch die richtigen Playbacks? Und kümmert ihr euch um die Technik oder sie? Wird diese überhaupt benötigt? Wer kann das einschätzen?

Tut euch selbst einen Gefallen und nehmt etwas mehr Geld in die Hand, um eine professionelle(re) Hochzeitssängerin zu buchen.

 

Dann gibt es die Anfängerinnen, die sich sicher sind, dass sie Musikerin sein möchten, aber eben gerade noch am Anfang stehen. Das heißt, sie haben schon einige Auftrittserfahrung gesammelt (z.B. bei Open Mics, kleinen Konzerten, Straßenmusik, etc.) und fangen gerade damit an, auch von Privatpersonen gebucht zu werden und private Feiern zu begleiten.

Ich persönlich finde dies um einiges unbedenklicher als bei Hobbysängerinnen, da sie professionelle Ambitionen und sicher schon Auftrittserfahrung haben. Wenn ihr z.B. bei Straßenmusik eine schöne Stimme entdeckt, fragt sie einfach, ob sie sich das vorstellen könnte, auch eure Hochzeit zu begleiten.

Oft sind hier die Preise etwas niedriger (z.B. 150-200 Euro), da die ausgeprägte Erfahrung bei Hochzeiten, Taufen & Co. fehlt. Doch wenn ihr ein gutes Gefühl bei der Person habt und ihr alles gut abklärt (siehe Checkliste später), kann auch dies eine wunderschöne musikalische Begleitung sein.

Ich meine, irgendwo fängt ja jede Sängerin mal mit ihrer ersten Hochzeit an. 🙂

Eine professionelle Hochzeitssängerin zu buchen, die regelmäßig auf Hochzeiten, Taufen & Co. singen, ist meist die sicherste Wahl. Hier kombinieren sich einige Vorteile

1) Die Erfahrung bei Hochzeiten, welche der Sängerin ermöglicht, spontan zu reagieren und euch zu unterstützen

2) Das professionelle Equipment, sodass ihr euch um nichts weiter kümmern müsst als vielleicht einen Stromzugang

3) Das musikalische Netzwerk, sodass in den seltensten Krankheitssituationen mindestens zehn weitere gute Sängerinnen in ihrem Telefonbuch stehen

4) Das Fachwissen und die Auftrittserfahrung, welche die Stimm- und Bühnenpräsenz einer guten Sängerin ausmachen

5) Oft können professionelle Sängerinnen durch ihr Netzwerk auch andere Konstellationen wie Duos, Trios oder ganze Bands anbieten oder zumindest empfehlen.

Hier bewegt ihr euch meist in einem etwas gehobeneren Preissegment (Für eine Trauung mit 3-4 Liedern wahrscheinlich 300-400 Euro), doch ich verspreche euch: Für eine professionelle Sängerin ist dieser Preis absolut fair und gerechtfertigt. Wie sich der Preis zusammensetzt, könnt ihr in diesem Blogpost nachlesen: was eine Hochzeitssängerin kostet.

Foto: studiolaecheln.de

Und dann gibt es natürlich noch die nebenberuflichen Hochzeitssängerinnen, die eigentlich einen ganz anderen Job ausüben, aber doch ein paar Hochzeiten pro Jahr begleiten. Hier bewegt ihr euch wahrscheinlich irgendwo in einem Gebiet zwischen den „Anfängerinnen“ und den „professionellen Hochzeitssängerinnen“. Auch nebenberufliche Sängerinnen können sehr professionell arbeiten und die perfekte Begleitung für euch sein. Im Endeffekt ist nur wichtig vorab zu wissen, was euch persönlich gefällt und was ihr von eurer Hochzeitssängerin erwartet.

 

Ist euch Service, Sicherheit und Professionalität wichtig, geht mit einer möglichst professionellen Sängerin. Seht ihr euren Tag eher locker an und gebt auch gerne jungen Talenten eine Chance, spricht nichts weiter gegen eine Anfängerin.

1.2. Die Stimme eurer Hochzeitssängerin

Hier wird mir wahrscheinlich jedes Brautpaar zustimmen: Die Stimme einer Hochzeitssängerin ist mit das wichtigste. Es gibt kaum etwas Besseres, als wenn die Hörproben einen schon emotional berühren und man diese Stimme Live auf der eigenen Hochzeit hören darf.

Fragt euch trotzdem vorab, wie soll unsere Hochzeit klingen:

Möchten wir eine klassisch ausgebildete Sängerin, die auch z.B. Arien oder Opern singen könnte?

Oder möchten wir eher moderne/Pop-Songs auf unserer Trauung?

Schaut nach, welche Hörproben ihr bei der Sängerin finden könnt. Das gibt Aufschluss darüber, in welchem Genre sie sich am wohlsten fühlt. Manche Sängerinnen können sowohl Klassik als auch Pop abdecken, doch das ist eher die Ausnahme. Ihr bevorzugt Pop-Songs für eure Trauung? Dann fragt eine Sängerin an, die hauptsächlich dieses Genre bedient. Damit tut ihr euch allen einen Gefallen. 🙂

 

Tipp: Wenn ihr schon einmal eine Singer/Songwriterin auf einem Konzert Live gehört habt, deren Stimme euch gut gefallen hat: Fragt sie an. Oft bieten Singer/Songwriter auch an, auf Hochzeiten zu singen. Und das Gute ist: Hier konntet ihr euch schon Live von ihrem Können überzeugen.

 

Tipp: Wenn möglich, wählt eine Sängerin aus der Nähe eures Hochzeitsorts aus. So könnt ihr in der Preiskalkulation der Sängerin einiges an Fahrtkosten sparen, was vor allem für Paare hilfreich sein kann, die nicht in ihrem Wohnort feiern. Gleichzeitig sollten ein paar Kilometer mehr oder weniger kein Ausschlussgrund für eure Wunschsängerin sein. Ihr feiert diesen Tag ja nur einmal. Ihr solltet nur mit Fahrtkosten rechnen. 🙂

2. Eine Hochzeitssängerin buchen: Auf diese Professionalitäts-Kriterien solltet ihr achten!

So, aber was bedeutet „Professionalität“ überhaupt und wie erkenne ich eine wirklich professionelle Hochzeitssängerin?

Die folgenden Kriterien können Aufschluss darüber geben, wie professionell eine Sängerin arbeitet und sollten (meiner Meinung nach) das Minimum sein (in keiner speziellen Reihenfolge aufgelistet):

 

2.1. Webseite

Hat eure Wunschsängerin eine Webseite, auf welcher man sich über ihr Angebot und ihre Kompetenzen informieren kann? Hier könnten z.B. Informationen, Hörproben oder Services aufgelistet sein. Nicht auf jeder Webseite stehen die speziellen Preise, da eine Hochzeitssängerin gerne individuelle Angebote schickt, doch die Grund-Informationen sollten vorhanden und im besten Falle für euch gebündelt sein.

 

2.2. Social Media Profile

Das ist natürlich kein Muss, doch ich persönlich finde Social Media Profile für Hochzeitssängerinnen sehr hilfreich. Hier habt ihr als Interessenten die Chance, etwas hinter die Kulissen zu blicken und eure Wunschsängerin etwas besser kennenzulernen.

 

2.3. Rezensionen

Gibt es Rezensionen, die ihr euch durchlesen könnt? Z.B. auf Buchungsportalen, Google oder auf der eigenen Webseite? Das ist schon mal sehr gut!

Hierzu darf man erwähnen, dass nicht alle Rezensionen 5-Sterne behinhalten müssen. Doch die aller meisten sollten euch ansprechen. Und wenn tatsächlich etwas negativeres geteilt wurde, achtet auf die Reaktion der Sängerin: Ist sie genervt? Oder reagiert sie gar nicht? Oder reagiert sie aufgeschlossen und entschuldigend und sucht eine Lösung? Man kann es nach einigen Jahren im Business leider nicht immer jedem Kunden 100%ig recht machen und Fehler sind immer eine Möglichkeit zu lernen. Solange diese Bereitschaft vorhanden ist, sagen aufgeschlossene Reaktionen auf negative Rezensionen mehr aus als nur hochlobende 5-Sterne-Rezensionen.

 

2.4. Hörproben

Wie oben schon beschrieben, sollte es immer ein paar Hörproben geben, durch die ihr euch ein Bild von der Stimme machen könnt: Auf YouTube, Soundcloud oder auch mal Live in der Instagram-Story. Meist sind diese auch auf der Webseite verlinkt.

 

2.5. Vertrag

Kann eure Wunschsängerin euch einen professionellen Vertrag anbieten? Ein Vertrag fasst alle Absprachen zusammen und ist für mich persönlich inzwischen ganz normal. Durch ihn sind beide Seiten auf der sicheren Seite und die beidseitigen Vorstellungen sind geklärt. Einen rechtskräftigen Vertrag kann man als Sängerin einmalig bei einem Anwalt/einer Anwältin aufsetzen lassen und ist die Investition (meiner Meinung nach) definitiv wert.

 

2.6. Rechnung

Gehen wir noch eine Stufe runter: Kann eure Wunschsängerin eine Rechnung schreiben oder besteht sie vielleicht sogar darauf? Ich weiß, viele Brautpaare packen das Geld gerne in einen Umschlag und bringen es am Tag selbst mit. Für mich persönlich ist es allerdings viel einfacher, eine Rechnung zu schreiben und eine Überweisung auf mein Geschäftskonto zu bekommen, sodass mein Buchhaltungsprogramm die Rechnung diesem Geldeingang sofort zuweisen kann. Jede Sängerin, die regelmäßig für ihre Tätigkeiten Geld bekommt, sollte ihre Selbstständigkeit anmelden und Rechnungen ausstellen können.

 

2.7. Preis

Wie lautet das Angebot eurer Sängerin?

Einerseits: bedenkt sie alle Eventualitäten (dazu kommen wir gleich) und wie hoch ist der Preis angesetzt: Schlagt euch eine vermeintlich professionelle Sängerin einen Preis für eure Trauung vor (3-4 Lieder, Solo-Gesang), der viel günstiger als 350 Euro ist, müsste man sich fragen, wie das überhaupt gehen soll. Denn selbst das ist ein ziemlich geringer Stundensatz. (Nachlesen könnt ihr hier im Detail, was eine Hochzeitssängerin kostet)

 

2.8. Stimmausbildung

Und dies ist meiner Meinung nach mit der wichtigste Punkt: Hat eure Wunschsängerin eine Stimmausbildung (jeglicher Art) und/oder nimmt sie regelmäßig Gesangsunterricht?

Lasst mich hier etwas ausschweifen: Vor nicht allzu langer Zeit habe ich einen kleinen Fernsehbeitrag über eine Hochzeitssängerin gesehen. Sie war gut gebucht, hatte wohl mehrere hundert Lieder im Repertoire und hatte dementsprechend schon für einige Brautpaare gesungen. Auf die Frage der Reporterin, wie sie denn übe und ob sie Gesangsunterricht nehme, hieß es: „Nein, sowas brauche ich nicht und habe ich auch noch nie gemacht. Da vertraue ich meiner Stimme vollkommen. Einsingen muss ich mich auch nicht.“ (nicht der genaue Wortlaut)

Und ich war geschockt. Auf so vielen Ebenen ist das einfach falsch:

1) Ja, es gibt einige Sängerinnen, die intuitiv vieles richtig machen. Doch wenn der Beruf „Sängerin“ ist, sollte man mindestens am Anfang mal jemanden von außen draufschauen lassen, was man überhaupt mit seiner Stimme macht. Denn „Singen“ ist nicht gleich „Singen“ und mit der falschen Technik kann man sich die Stimme über die Jahre wirklich kaputt machen.

2) Jede Professionelle Sängerin, die ich kenne, bemüht sich, regelmäßig Gesangsunterricht zu nehmen. Selbst die besten besuchen regelmäßig neue Workshops. Es kann sicher mal Phasen geben, in denen man keinen Gesangsunterricht hat – Umzüge, Lebensumbruchphasen… Das verstehen wir alle. Aber eine Grundausbildung sollte mindestens vorhanden sein – auch um Stimmkrankheiten vorzubeugen.

3) Konstante Weiterbildung ist wichtig. Auch weil moderne Gesangsschulen sich immer noch weiterentwickeln (z.B. CVT – Complete Vocal Technique). Man kann immer etwas von anderen Sängerinnen und Sängern lernen. Wer etwas anderes behauptet, wirkt auf mich ziemlich überheblich.

Dabei muss es nicht immer ein offizielles Gesangsstudium sein. Es kann genausogut eine private Gesangsausbildung sein. Doch wenn ihr eine Hochzeitssängerin erwischt, die mal erwähnt, dass sie gar nicht an ihrer „Gesangstechnik“ arbeitet, weil ihre Stimme das einfach so kann: macht einen großen Bogen um sie herum und denkt darüber nach, eine andere Hochzeitssängerin zu buchen. Auf solch eine Aussage würde ich niemals vertrauen.

Herausfinden könnt ihr das z.B. auf einer „Über mich“-Seite auf der Webseite eurer Sängerin. Dort steht meist, wann und wie sie mit ihrer Gesangsausbildung begonnen hat. Wenn ihr nichts finden könnt, sie auch auf Social Media dazu nichts teilt und ihr euch diesbezüglich unsicher seid: Fragt nach! Es kann nie schaden und ist wichtig, wenn ihr eine Hochzeitssängerin buchen möchtet. Professionelle Sängerinnen werden euch diese Frage auch niemals übelnehmen.

 

2.9. Kommunikation und Erreichbarkeit

Eine professionelle Hochzeitssängerin solltet ihr immer irgendwie erreichen können. Damit meine ich nicht, dass ihr sie 24/7 anrufen und immer persönlich erreichen könnt. Auch wir schlafen, haben freie Tage oder fahren in den Urlaub. Aber auf Mails sollte zeitnah (innerhalb von ein paar Tagen) geantwortet werden und für spontane, dringende Fragen solltet ihr eure Sängerin auch telefonisch erreichen können.

BEISPIEL: Wenn ihr eine Hochzeitssängerin buchen möchtet, ein Angebot anfragt und sie euch nach drei Wochen immer noch nicht geantwortet hat, ist dies ein Zeichen, dass die Sängerin nicht wirklich professionell arbeitet. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn ein Angebot mal ein paar Tage braucht, da z.B. Rücksprachen gehalten werden müssen, doch drei Wochen ohne Informationen sind definitiv nicht okay. Wenn ihr euch selbst damit nicht wohl fühlt, hört auf euer Bauchgefühl. Glaubt mir, solche langen Warteschleifen möchtet ihr nicht haben, wenn es um eure Wunschlieder geht oder kurz vor der Hochzeit Änderungen auftreten. Und ihr müsst auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn ihr euch wegen so etwas für eine andere Sängerin entscheidet.

3. Angebot & Service: Was ist ein gutes Angebot?

Ihr habt nun eure Wunschsängerin, sie macht einen professionellen Eindruck und vielleicht habt ihr euch auch schon das erste Angebot eingeholt. Aber woran könnt ihr nun ein gutes Angebot erkennen?

Das Angebot oder auch der Service setzt sich aus mehreren Punkten zusammen:

 

3.1. Repertoire & Liedauswahl

Besteht die Möglichkeit, dass eure Wunschsängerin eure Wunschlieder einstudiert, ist dies ein großer Pluspunkt. Denn am Ende des Tages ist es euer Tag und alles soll so ablaufen, wie ihr es euch vorstellt.

Entweder die Sängerin bietet sofort pauschal an, all eure Wunschlieder einzustudieren oder sie sagt, ihr könnt wählen aus z.B. zwei neuen Liedern plus zwei Liedern aus ihrem Repertoire.

So sollte ebenfalls die Möglichkeit bestehen, dass sie für einen Aufpreis noch weitere Lieder einstudieren kann.

Die Voraussetzung für das Auswählen aus dem Repertoire sollte aber ein Repertoire sein, das mindestens 50 Lieder oder sogar mehr umfasst, sodass ihr genügende Auswahlmöglichkeiten habt.

 

3.2. Begleitungsmöglichkeiten

Ich persönlich bin ein absoluter Fan von Live-Begleitung. Das heißt, Live-Klavier- oder -Gitarrenbegleitung. Oft können sich die Sängerinnen selbst begleiten, was für euch super ist, da ihr euch die Kosten für einen zweiten Musiker spart.

Singt die Sängerin normalerweise nur mit Playback, solltet ihr die Möglichkeit haben, einen Live-Musiker dazu buchen zu können, mit welchem sie idealerweise schon einmal zusammengearbeitet hat.

Wünscht ihr euch für einen Song Gitarren- und für den anderen Klavierbegleitung, ist oft auch dies möglich, doch mit einem kleinen Aufpreis verbunden, da dies mehr Aufwand schafft und evtl. andere Technik benötigt.

 

3.3. Technik

Passende Technik sollte immer im Angebot enthalten sein. Selbst in Kirchen, wo die Akustik viel trägt, können leise oder tiefere Töne auch mal verschluckt werden. Eine hochwertige Technik ist daher nicht zu unterschätzen. Vor allem bei Draußen-Trauungen zu empfehlen, aber auch in Innenräumen. Die einzige Situation, wo auch ich auf Technik verzichten würde, ist, wenn die Trauung im kleinen Kreis von ca. 5 bis 10 Leuten stattfindet. Dort reicht auch die akustische Begleitung von Gitarre und Gesang.

Ein guter Verstärker für Instrument und Stimme muss nicht groß sein, kostet aber gerne mal 1.000 Euro oder sogar mehr.

 

3.4. Preis

Natürlich spielt auch der Preis eine Rolle, wenn ihr eine Hochzeitssängerin buchen möchtet. Grobe Orientierungspunkte für die vier verschiedenen Arten von Hochzeitssängerinnen habe ich oben ja schon gegeben. Bucht ihr eine professionelle Hochzeitssängerin, die schon einiges an Erfahrung mitbringt und eure absolute Wunschkandidatin ist, ist alles zwischen 300 und 450 Euro meiner Meinung nach absolut okay. Professionelle Musikerinnen errechnen ihre Preise fundiert und würfeln nicht einfach irgendwelche Zahlen. Ihr könnt natürlich nachfragen, wie sich der Preis zusammensetzt, doch ich würde an eurer Stelle davon ausgehen, dass der Preis wohl durchdacht ist.

Natürlich könnt ihr ebenfalls Kombipakete anfragen, wie z.B. für die Begleitung der Trauung und des Sektempfangs. Da so oft nur einmalig Fahrtkosten und Grundkosten anfallen, können Kombipakete um einiges günstiger sein als zwei Posten getrennt zu buchen.

 

3.5. Service bzw. Betreuung

Die meisten Brautpaare, die mich als Hochzeitssängerin buchen, kommunizieren mit mir tatsächlich hauptsächlich über E-Mail. Sie fragen mich an, ich antworte mit einem Angebot und per Mail klären wir alles von Vertrag bis hin zu Liedwünschen. Für viele ist dies bei z.B. stressigen Jobs sehr praktisch und reicht für mich als Sängerin vollkommen aus, da ich nur wissen muss, wann ich wo, was und unter welchen Gegebenheiten singen soll.

Es ist aber vollkommen verständlich, wenn ihr vorab eure Hochzeitssängerin etwas besser kennenlernen oder auch persönlich mit ihr sprechen möchtet. Daher sollte immer die Möglichkeit eines persönlichen Vorgesprächs bestehen (z.B. via Telefon oder Zoom). Außerdem solltet ihr eure Sängerin auch zwischen Buchungsabschluss und Hochzeit irgendwie erreichen können (z.B. Mail, Telefon oder Nachrichtenmessenger) und bei Fragen zu der Liedauswahl sollte sie euch beraten können.

Sollte sich spontan der Ort um ein paar Kilometer ändern, sollte das auch kein Problem sein. Solange ihr eure Hochzeit nicht von Hamburg nach München verlegt. 😉

 

Habt ihr ein gutes Bauchgefühl bei der Sängerin und die Angebotspunkte, die euch wichtig sind, sind enthalten, steht euch nichts mehr im Wege! 🙂 Doch wenn ihr noch keine passende Sängerin gefunden habt, fragt ihr euch sicher, wie ihr überhaupt eine gute Hochzeitssängerin finden und buchen könnt.

4. Wie finde ich gute und professionelle Hochzeitssängerinnen?

Nun, da gibt es verschiedene Möglichkeiten:

 

4.1. Im Internet durch Vermittlungsportale

Es gibt verschiedene Vermittlungsportale nur für Musiker und Musikerinnen, über die ihr passende Sängerinnen finden könnt. Oft könnt ihr auch nach Genre, Empfehlung oder Preisspanne filtern. Möglichkeiten dafür sind z.B.

 

4.2. Im Internet durch eigenständige Suche

Oder ihr geht den anderen naheliegenden Weg und googelt z.B. nach „Hochzeitssängerin NRW“ oder „Hochzeitssängerin Essen“. Oft kommen hier schon passende Webseiten auf, die damit den ersten Professionalitäts-Faktor abhaken.

Bei Google werden euch meist direkt auch passende Sängerinnen angezeigt, die einen „Google My Business“ Account angelegt haben, auf welchem ihr im besten Falle Rezensionen von vorherigen Kunden durchlesen könnt.

 

4.3. Empfehlungen

Das ist wohl der nächste naheliegende Weg:

Freunde und Bekannte haben schon einmal eine Sängerin engagiert? Z.B. zur eigenen Hochzeit, einem Geburtstag oder einem Wohnzimmerkonzert und waren absolut zufrieden? Sicher können sie euch die Kontaktdaten weiterleiten.

Wenn ich als Sängerin angefragt werde, der Termin aber schon vergeben ist, empfehle ich auch immer ein paar meiner Kolleginnen weiter, die ich schon live habe singen hören und denen ich absolut vertraue.

 

4.4. Musikhochschulen

Bei euch in der Nähe ist eine Musikhochschule? Oft haben die Musikhochschulen eine Agentur, die man mit einer Anfrage kontaktieren kann, und euch werden passende Musikstudenten empfohlen. Wenn ihr auf der Webseite nichts der Art findet, könnt ihr dort sicher auch mal anrufen oder eine Mail schreiben.

Sobald jemand die künstlerische Eignungsprüfung geschafft hat, könnt ihr euch ziemlich sicher sein, dass er sowohl professionelle Absichten als auch gute künstlerische Fähigkeiten hat.

 

4.5. Live-Künstler direkt anfragen

Ihr sehr eine super Singer/Songwriterin bei der Straßenmusik oder auf einem Singer/Songwriter-Konzert? Fragt sie doch direkt an. Die meisten Songwriter bieten ihre Dienste nämlich ebenfalls als Hochzeitssänger/in an. Das Positive ist: wenn ihr fragt, haben sie euch schon überzeugt. Selbst wenn es ihre erste Hochzeit ist, die sie begleiten, haben sie schon Auftrittserfahrung, was ein großer Pluspunkt ist. Und ihr habt sie schon einmal live gesehen! Kleine Konzerte zu besuchen kann ich sowieso immer empfehlen. Wenn ihr auf Sängerinnen-Suche seid aber umso mehr. 🙂

 

TIPP:

Wenn ihr euch sicher seid, dass ihr eine Hochzeitssängerin buchen möchtet, fragt eure Wunschkandidatin an, sobald ihr euren Termin kennt! Am besten mindestens ein Jahr im Voraus. Mai bis September ist schnell ausgebucht – vor allem Freitags und Samstags gegen 15 Uhr. In anderen Monaten und zu anderen Uhrzeiten (z.B. 11 Uhr oder 17 Uhr) könntet ihr auch kurzfristig noch Glück haben.

5. „Die richtige Hochzeitssängerin buchen“-Checkliste

Inzwischen wisst ihr alles, was wichtig ist: Ihr wisst, welche verschiedenen Arten von Hochzeitssängerinnen es ist, welche Professionalitäts-Kriterien wichtig sind, wie ihr gute Angebote erkennt und wo ihr gute Hochzeitssängerinnen finden könnt.

Fassen wir all diese Punkte zusammen, kommen wir zu folgender Checkliste, die ihr gerne kopieren und nutzen könnt, wenn ihr schon soweit seid und eine konkrete Hochzeitssängerin buchen möchtet:

Checkliste: Unsere Hochzeitssängerin

Vorab

  • Wir haben uns Live oder Online Hörproben der Sängerin angehört
  • Uns gefällt ihre Stimme
  • Ihre Stimme kann unsere Wunschlieder umsetzen (Klassik oder Pop?)
  • Es gibt eine Webseite oder Social Media Profile, auf denen wir uns über ihren Service informieren können
  • Wir konnten uns Rezensionen durchlesen oder haben die Möglichkeit, sie vorab live zu hören

 

Angebot und Zusammenarbeit

  • Ihr Angebot enthält alle (für uns) wichtigen Punkte:
    • Wunschlieder
    • Wunschbegleitung
    • Passende Technik
    • Der Preis ist angemessen und passt in unser Budget
    • Wir können sie auch zwischendurch bei Fragen oder Änderungen erreichen
  • Die Kommunikation lief gut
    • Menschlich verstehen wir uns
    • Sie antwortet in einem angemessenen Zeitrahmen
    • Wir konnten alle unsere Fragen stellen (per Mail oder Vorgespräch)
  • Wir haben ein gutes Bauchgefühl

 

Weiteres

  • Es liegt irgendeine Art von Stimmausbildung vor
  • Sie kann einen Vertrag fertig machen (falls für euch wichtig)
  • Sie stellt uns eine Rechnung aus

Mit diesen Informationen und der Checkliste solltet ihr gut aufgestellt sein und eine gute Hochzeitssängerin finden. 🙂 Ich wünsche euch ganz viel Erfolg bei der Suche nach eurer passenden Hochzeitssängerin und ebenfalls eine wundervolle Hochzeit!

Falls ihr noch nach einer Hochzeitssängerin in NRW sucht, schreibt mir gerne eine Mail mit eurer Anfrage und ich mache euch ein unverbindliches Angebot.

 

So oder so wünsche ich euch alles Gute!

Hannah